Die kostenoptimale Bestellpolitik für die Beschaffung von legiertem Halbzeug aus Stahl - Ein praktikables Verfahren für mehrfache, diskrete Preisänderungen und restriktiver Bestellmengenauswahl unter Einbezug von Servicegraderwartungen

Peter Krobath

Publikation: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenDissertation

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Abstract

Legiertes Halbzeug aus Stahl kann aufgrund der Zugabe von Legierungselementen, wie z. B. Molybdän, Chrom oder Nickel, sehr kostenintensiv sein. Dadurch stellt es für die Stahl umformende Industrie einen erheblichen Kostenfaktor dar, ein Anteil von mehr als 60% an den Selbstkosten ist dabei keine Seltenheit. Durch die Verwendung einer optimalen Bestellpolitik, welche festlegt, wann und wie viel zu bestellen ist, können im operativ-taktischen Bereich die Beschaffungskosten einer signifikanten Reduktion unterzogen und gleichzeitig die logistische Leistungsfähigkeit erhöht werden. Dennoch wurde für die Beschaffungsobjektgruppe „legiertes Halbzeug aus Stahl“ bis zum jetzigen Zeitpunkt kein adäquates Verfahren publiziert, mit dessen Hilfe sich in der industriellen Praxis – auf praktikable Weise – eine optimale Bestellpolitik ableiten lässt. Die vorliegende Dissertationsschrift schließt diese Forschungslücke und trägt damit zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der umformenden Industrie bei. Bei der Verfahrensentwicklung wurde ein Fokus auf eine möglichst geringe Anwendungskomplexität gelegt, wodurch die Akzeptanz im betrieblichen Umfeld verbessert und der Einbezug des oft nur implizit vorhandenen Erfahrungswissens der Dispositionsverantwortlichen erleichtert wird. Das Verfahren sieht die Erstellung einer Initiallösung vor, an welcher bei einem fallenden oder gleichbleibenden Preisniveau der Legierungselemente festzuhalten ist. Es ist immer die Mindestmenge zu bestellen, welche der tech-nisch und wirtschaftlich determinierten Chargengröße des Stahlerzeugers ent-spricht. Wird eine steigende Preistendenz erwartet, dann sind zumindest Teile der Initiallösung zu überdenken, wobei das Verfahren in diesem Fall prüft, ob mehrere Chargengrößen zu bestellen sind. Dazu wird der durch die größere Bestellmenge erzielbare Spekulationserfolg den zusätzlich hervorgerufenen Lagerhaltungskosten gegenübergestellt. Im Anschluss an die Entwicklung des Verfahrens ist dieses einer Validierung unterzogen worden. Dabei wurde gezeigt, dass es für die Beschaffungsobjektgruppe als geeignet angesehen werden kann und den anderen bis jetzt publizierten Verfahren diesbezüglich überlegen ist. Im Sinne der wissenschaftstheoretischen Orientierung von Popper wurde die bereits rational durchgeführte Verifikation auf Basis von empirisch gewonnenen Daten einer zusätzlichen Bekräftigung unterzogen. Dazu erfolgte ein Vergleich der Beschaffungskosten, welche sich aus der Verfahrensanwendung und 642 alternativen Dispositionsvarianten ergeben.
Titel in ÜbersetzungA feasible procedure of multiple, discrete changes in price and restrictive determination of order quantities including service level expectations
OriginalspracheDeutsch
QualifikationDr.mont.
Betreuer/-in / Berater/-in
  • Zsifkovits, Helmut, Betreuer (intern)
  • Wohinz, Josef W., Beurteiler A (extern), Externe Person
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2010

Bibliographische Notiz

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Schlagwörter

  • Losgröße
  • Bestellmenge
  • Halbzeug
  • Beschaffungsplanung
  • Beschaffungslogistik
  • Bestellmengenoptimierung
  • Losgrößenoptimierung

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